Die Ursprünge des Karmel liegen im Heiligen Land; sie reichen zurück bis zum Propheten Elija, der in der Einsamkeit des Karmel Gott suchte. Er wurde so zum Vorbild für das eremitische Leben.
Sein Wort: "Es lebt der Herr, vor dessen Angesicht ich stehe" (1.Kö.17,1)
hat der Orden als Lebensideal gewählt.
Im 11./12.Jh. siedelten sich auf dem Berg Karmel Eremiten an, die sich zu Brüdergemeinschaften
zusammenschlossen.
Achtsamkeit und das bewusste Stehen vor dem Angesicht Gottes - wie es aus
der Elija-Tradition übermittelt wurde, und das beständige Leben in der
Gegenwart Gottes, wie Maria es lebte, bildeten den Kernpunkt der Spiritualität.
Im 13. Jh. mussten die Mönche das Land verlassen und kamen nach Europa.
Im 16. Jh. hat Teresa von Avila (1515-1582) zusammen mit Johannes vom Kreuz
(1542-1591) den Orden reformiert und die Spiritualität entscheidend geprägt.
Ein Leben in der Freundschaft mit Gott - so sieht der Karmel als kontemplativer
Orden seine erste und wichtigste Aufgabe im Apostolat des Gebetes, in der
Teilnahme an den Sorgen und Leiden der Menschen unserer Zeit.
Beide, Teresa von Avila und Johannes vom Kreuz, haben in ihren
Schriften eine Gebetslehre überliefert, die bis heute die Grundlage für den Weg
des inneren Betens bildet.
"Das innere Beten ist meiner Ansicht nach nichts anderes als ein Verweilen bei einem Freund, mit dem wir oft und gern allein zusammenkommen, um bei ihm zu sein, weil wir sicher sind, dass er uns liebt." (Leben 8,5)
Teresa von Avila
"Wenn der Mensch Gott sucht - viel früher schon sucht Gott den Menschen."
Johannes vom Kreuz